{"id":54,"date":"2018-02-18T12:57:06","date_gmt":"2018-02-18T11:57:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.evang-friedhof.at\/simmering\/?page_id=54"},"modified":"2018-08-31T17:32:01","modified_gmt":"2018-08-31T15:32:01","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.evang-friedhof.at\/simmering\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p class=\"Stil3\" align=\"left\"><strong>Der evangelische Friedhof Simmering<\/strong><\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Nach der beh\u00f6rdlichen Genehmigung des Antrages zur Errichtung eines Friedhofes, erfolgte die Ausschreibung eines Wettbewerbes f\u00fcr die Gestaltung des Areals. F\u00fcr die Planung wurden in der \u201eKonkurs \u2013 Ausschreibung\u201c eine Reihe von Vorgaben aufgez\u00e4hlt, die f\u00fcr den Betrieb des Friedhofes als unerl\u00e4sslich angesehne wurden. Das bedeutendste Geb\u00e4ude sollte die Einsegnungshalle sein, der Begriff Kirche oder Kapelle wurde vermieden, \u201eum damit klar zum ausdrucke zu bringen, dass die vorhandenen Geldmittel so geringe sind, dass sich die ganze Anlage in den bescheidensten Grenzen zu bewegen haben wird.\u201c Die Halle sollte einen Fassungsraum von 150 Stehpl\u00e4tzen sowie 50 Sitzpl\u00e4tzen haben und mit einer Sakristei, einen Warteraum verbunden sein. Zu \u201ebekr\u00f6nen\u201c sei das Geb\u00e4ude mit einem T\u00fcrmchen oder ein Glockenger\u00fcst f\u00fcr zwei Glocken. Vorgesehen waren noch zwei Leichenkammern f\u00fcr je sechs Leichen samt einem dar\u00fcber oder daneben angeordneten W\u00e4chterzimmer, eine Forderung, die mit der Angst vor dem Scheintod zu tun hatte. Als zweitwichtigstes Bauwerk wurde das Administrationsgeb\u00e4ude angesehen, daneben waren in die Planung Wohnraum f\u00fcr die Friedhofsw\u00e4chter, ein Depot f\u00fcr Kr\u00e4nze und Grablaternen zwei Wirtschafth\u00f6fe, eine G\u00e4rtnerei mit Glash\u00e4usern sowie ein Stall einzubeziehen. Geplant war die meisten der Geb\u00e4ude in Gruppen um eine Vorplatz beim Eingang anzuordnen und in \u201es\u00e4mtlichen Ubikationen\u201c Gas- und Wasserleitungen zu installieren. Obwohl der Friedhof eine eigene abgeschlossenen Einheit darstellen sollte, wurde es den Projektanten zur Auflage gemacht, in der Anlage der Wege auf den benachbarten Zentralfriedhof R\u00fccksicht zu nehmen, \u201eda seinerzeit die Mauer zwischen dem neuen Friedhofe und dem Zentralfriedhofe entfernt werden soll\u201c und \u2026. \u201ebesonders auf die Richtung des Stra\u00dfenzuges, auf welchem die Gr\u00e4ber der M\u00e4rzgefallenen (von 1848) erreicht werden\u201c. Die Gesamtkosten der Anlage, die f\u00fcr den Anfang 300 Gr\u00fcfte, rund 6000 Gr\u00e4ber sowie 500 Schachtgr\u00e4ber umfassen sollte, waren mit 100.000 Kronen pr\u00e4liminiert.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Unter den sieben Konzepten die rechtzeitig einlangten \u2013 ein achtes wurde versp\u00e4tete nachgereicht \u2013 ging bei der Auslobung durch die Jury das Projekt \u201eFriede\u201c der Architekten Friedrich Wolschner und Robert Diedtel vor \u201eVindobona 1904\u201c von Molnar &amp; Bielolavek als Sieger hervor. F\u00fcr die erstgereihten sprach die optimale Ausnutzung des Raumes, indem links vom Eingang Administration und Wartehalle, rechts die Leichenhalle und axial die Kapelle situiert sein sollte. Die Bauarbeiten f\u00fchrte Baumeister Alois Schneider durch.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Eingeweiht wurde der Friedhof in Anwesenheit des Pr\u00e4sidenten des evangelischen Kirchenrates Sektionschef Dr. Rudolf Franz, des Vertreters der n\u00f6. Statthalterei, Statthaltereirat Graf Lamenzan, von B\u00fcrgermeister Dr. Karl Lueger, des Obermagistratsrates Appel sowie prominenten Vertretern der beiden evangelischen Gemeinde, am 14. November 1904. Nach einer Ansprache des Kurators Dr. Theodor Reisch und der Schlusssteinlegung nahm Pfarrer Rudolf Morally in der Friedhofskapelle die Einweihung vor. Anschlie\u00dfend begaben sich die Versammelten unter Glockengel\u00e4ute zum Kreuzplatz am Ende des Friedhofes, wo Oberkirchenrat Pfarrer Carl Alphos Witz \u2013 Oberlin ein Weihegebet sprach und Pfarrer Friedrich Otto Schack den Segen Gottes erbat.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Bereits zwei Tage nach diesem feierlichen Akt fand die erste Bestattung statt. Wie schon auf dem Matzleinsdorfer Friedhof teilen sich die beiden Kirchen das Eigentum im Verh\u00e4ltnis 3:1. Das Areal umfasste 63.600 m\u00b2 und f\u00fcrs Erste waren 223 Gr\u00fcfte, 2368 Eigengr\u00e4ber und 200 Schachtgr\u00e4ber vorgesehen.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Der Friedhof wurde 1926 und 1972 erweitert und 1998 gibt es auf dem noch immer als eigene Einheit bestehenden Gottesacker rund 6000 Begr\u00e4bnisst\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">1977\/78 erfolgte eine Umgestaltung der bereits 1931 erweiterten Aufbahrungshalle zu zwei Zeremonienr\u00e4umen nach den Pl\u00e4nen von Erich Boltenstern. Die modernen Glasfenster stammen von Hermann Bauch und die kleinen Alt\u00e4re mit Kreuzen entwarf Hans Robert Pippal.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.evangelischerfriedhof11.at\/images\/history.jpg\" width=\"450\" height=\"284\"><\/p>\n<p class=\"Stil3\" align=\"left\">Die Heilandskirche<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Mit dem Friedhof entstand nach den Pl\u00e4nen von Friedrich Wolschner und Robert Diedtel ein schlichter sp\u00e4thistoristischer Saalbau mit einem n\u00f6rdlichen Fassadenturm, heute Heilandskirche benannt. Die Bauausf\u00fchrung besorgte Baumeister August Schaffel. Zwei Figuren von Josef G\u00fcnhut, die Glaube und Hoffnung darstellen, zieren den Turmaufbau, dessen zwei Glocken bei Georg Hoessner in Simmering gegossen wurden. Sie waren eine spende des Porzellanwaren-h\u00e4ndlers Erich Wahli\u00df.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Der Innenraum bietet f\u00fcr 300 G\u00e4ste Platz, sieben mit ornamentalen Motiven verzierte Glasfenster geben dem Raum die notwendige Beleuchtung. Die Fenster wurden von den Familien Hanich, Reisch, Scheffel, Frau Beschorner-Gerlach, dem Presbyter Angermann, dem Klub der Evangelischen im XIII Bezirk und der Tischgesellschaft des XV Bezirks gespendet. Links und rechts vom Eingang erinnern zwei eingelassenen Tafeln an die Einweihung und an die Planverfasser und den Baumeister. Den Retabelaltar in der Apsis ziert ein Kruzifix von Josef Gr\u00fcnhut.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">Am Tage der Friedhofser\u00f6ffnung wurde der Schlussstein gesetzt, wobei auch B\u00fcrgermeister Lueger kurz das Wort ergriff und Wunsch \u00e4u\u00dferte, \u201edass Frieden herrschen m\u00f6ge unter jenen, welche christlichen Glaubens sind\u201c. Die Weihe der Kirche erfolgte durch Pfarrer Rudolf Morally.<\/p>\n<p class=\"Stil1\" align=\"left\">1982\/83 wurden die Glasfenster, die im Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt worden waren, teilweise wieder rekonstruiert. Das Fenster links vom Eingang weist Dora Auer von Welsbach als Spenderin aus, das rechte Pendant stammt von Leopoldine und Karl Matysek.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der evangelische Friedhof Simmering Nach der beh\u00f6rdlichen Genehmigung des Antrages zur Errichtung eines Friedhofes, erfolgte die Ausschreibung eines Wettbewerbes f\u00fcr die Gestaltung des Areals. F\u00fcr die Planung wurden in der \u201eKonkurs \u2013 Ausschreibung\u201c eine Reihe von Vorgaben aufgez\u00e4hlt, die f\u00fcr den Betrieb des Friedhofes als unerl\u00e4sslich angesehne wurden. 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