{"id":55,"date":"2017-12-10T21:38:59","date_gmt":"2017-12-10T20:38:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.evang-friedhof.at\/matzleinsdorf\/?page_id=55"},"modified":"2018-08-24T11:17:14","modified_gmt":"2018-08-24T09:17:14","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.evang-friedhof.at\/matzleinsdorf\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<div id=\"evangelischer_friedhof\">\n<div id=\"matzleinsdorf\">\n<div id=\"iber\">\n<p><strong>Vorgeschichte<\/strong><\/p>\n<p>Der kaiserliche Gottesacker vor dem Schottentor, den 1570 die Hofkammer auf dem Platz der b\u00fcrgerlichen Schie\u00dfst\u00e4tte &#8211; heute Areal des 8\/9 Hofes des AKH &#8211; anlegen lie\u00df, diente im 16. und 17. Jahrhundert auch als Bestattungsort f\u00fcr den Gro\u00dfteil der in Wien ans\u00e4ssigen Protestanten. Anf\u00e4nglich machte man keinen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten. Seit ca. 1600 wurden die Protestanten auf einem von der Stadt abgewandten, n\u00f6rdlichen Erweiterungsteil bestattet, der durch einen Bogengang vom anderen Friedhof getrennt war. Auch als Kaiser Karl VI. den Friedhof den Schwarzen Benediktinern vom Mont Serrat \u00fcbertrug, blieb der Gebrauch aufrecht.<\/p>\n<p>Unter Kaiser Joseph II. wurden 1783 weitere Bestattungen auf dem Friedhof untersagt und stattdessen der dem Schottenstift geh\u00f6rige Gottesacker am Alsbach als Ersatz zugewiesen. Doch schon im November des gleichen Jahres erfolgte die Auflassung aller innerhalb der Linien liegenden Friedh\u00f6fe. Die Vorsteher der lutherischen sowie reformierten Gemeinden verzichteten auf die Errichtung eines neuen Gottesackers au\u00dferhalb der Linien und begn\u00fcgten sich mit Bestattungen auf katholischen Friedh\u00f6fen &#8222;als Zeugnis ihrer Vertr\u00e4glichkeit und br\u00fcderlichen Liebe&#8220;. Diese Regelung blieb bis in die zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts bestehen.<\/p>\n<p>Erst die Konkordatsverhandlungen von 1854 aktualisierten das Thema wieder, denn der Nuntius hatte als Voraussetzung f\u00fcr das Konkordat die L\u00f6sung des Problems der gemeinsamen Friedh\u00f6fe.<\/p>\n<p>Im Mai 1856 genehmigte Kaiser Franz Joseph I. einen Verordnungsentwurf von Kultusminister Thun-Hohenstein, der die Anlage konfessioneller Friedh\u00f6fe vorsah.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Verordnung beschloss das &#8222;Vorsteher Kollegium der evangelischen Gemeinde A.C.&#8220; in seiner Sitzung am 25. Juli 1856 die notwendigen Voraussetzungen zur Errichtung eines Friedhofes zu schaffen. Ein Komitee, dem Superintendent Ernst Pauer, Theodor Hornbostel und Hofrat von Salm f\u00fcr die lutherische Gemeinde sowie Superintendent Gottfried Franz, Hofrat Emerich von Szent-Gy\u00f6rgyi und Hermann Bonitz f\u00fcr die reformierte Gemeinde angeh\u00f6rten, sollte die notwendigen Schritte in die Wege leiten. Man erwarb von der Stadt Wien bzw. der S\u00fcdbahn Gesellschaft 4 Joch 1076 Quadrats-Klafter Grund (268,92a) vor der Matzleinsdorfer Linie, zwischen Badner Stra\u00dfe und dem Weg nach Simmering, um 1 Gulden pro Quadratklafter. Dieser Kauf war erst durch die Schleifung des Linienwalls und die Freigabe dieses Grundes m\u00f6glich geworden.<\/p>\n<p><strong>Der Friedhof<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Grundst\u00fcck sollte eine Grabkapelle mit Turm und Glocke, ein Haus f\u00fcr den Totengr\u00e4ber, ein weiteres Geb\u00e4ude f\u00fcr die Leichenkammer und die Aufbewahrung der Ger\u00e4tschaften, sowie ein marmornes Kreuz errichtet werden. Als Umfriedung war eine Steinmauer vorgesehen. Die Kosten zur Realisierung der Anlage, die man auf 60.000 bis 65.000 Gulden sch\u00e4tzte, teilten sich die beiden Gemeinden entsprechend der Mitgliederzahl im Verh\u00e4ltnis 3:1. Da aber beide Gemeinden nicht \u00fcber genug Mittel verf\u00fcgten, traten sie mit Spendenaufrufen an die Gemeindemitglieder heran.<\/p>\n<p>1857 berichtete das Komitee \u00fcber den Baufortschritt und dass man mit 1. Dezember einen Totengr\u00e4ber aufgenommen und die Tarife festgesetzt habe.<\/p>\n<p><strong>Die Einweihung<\/strong><\/p>\n<p>Am 7. Mai 1858 erfolgte die Einweihung des Friedhofes. Zu Beginn der Feierlichkeiten \u00fcberreichte Theophil Hansen, der Planer der Anlage, den Vorstehern der beiden Gemeinden die Schl\u00fcssel zu den Friedhofstoren. Superintendent Franz hielt die Festrede, Superintendent Pauer sprach das Weihegebet und nahm Weihe und Segen vor.<\/p>\n<p>Nach der Teilung der Wieden geh\u00f6rte der Friedhof ab 1861 zu dem neuen Bezirk Margareten. 1874 erfolgte die Ausgliederung der jenseits des G\u00fcrtels gelegenen Fl\u00e4chen in den neu geschaffenen Bezirk Favoriten.<\/p>\n<p>Die Belegung des Friedhofes erfolgte so rasch, dass eine Erweiterung um 3 Joch (170 a) notwendig wurde. Dennoch berichtete das Komitee, dass die Gemeinde Wien eine Schlie\u00dfung des Friedhofs mangels Belegm\u00f6glichkeit erw\u00e4ge. Einen weiteren Grundst\u00fcckskauf f\u00fcr die Errichtung eines Krematoriums und eines Urnenhaines lehnte die Stadt Wien ab. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof durch Bombentreffer besch\u00e4digt. Derzeit wird der Matzleinsdorfer Friedhof noch immer belegt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgeschichte Der kaiserliche Gottesacker vor dem Schottentor, den 1570 die Hofkammer auf dem Platz der b\u00fcrgerlichen Schie\u00dfst\u00e4tte &#8211; heute Areal des 8\/9 Hofes des AKH &#8211; anlegen lie\u00df, diente im 16. und 17. Jahrhundert auch als Bestattungsort f\u00fcr den Gro\u00dfteil der in Wien ans\u00e4ssigen Protestanten. Anf\u00e4nglich machte man keinen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten. 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